das Buch zum Kurs
FIGHTFORYOU.DE
Gutschein für einen Selbstverteidigungskurs. Bielefeld und Ostwestfalen.

Hier wird es demnächst möglich sein, einige Auszüge aus meinem Buch zu lesen.

Der Titel lautet: "Stopp! Du nicht! Ein Konzept für die starke Frau." 


Ab Mitte Juni sollte es hier vorgestellt und auch hier käuflich zu erwerben sein. Aber.....
So einfach war es dann doch nicht. Denn einfach mal eben ein Buch zu einem sehr sensiblen Thema zu schreiben, ist dann doch nicht so einfach! Klar, ich hätte einfach einen Kurs von mir beschreiben können, ein paar Fotos dazu und meine entdeckte Methode zur Verhinderung einer Vergewaltigung beschreiben und fertig. Das hätte ich in 2 Wochen geschafft. Bis auf die Antivergewaltigungsmethode sind so die meisten Bücher über Selbstverteidigung entstanden. Das ist nicht mein Stil, nicht mein Ding. Ich habe noch einige Seminare besucht, in denen es um Themen wie Schutz vor Stalking und Belästigungen ging. Denn das sind Themen, die unwahrscheinlich stark zugenommen haben, sprich an Gewicht gewonnen haben. Ich war also gezwungen, einige Kapitel umzugestalten bzw. ganz neu einzubinden.

Die wesentlichen Inhalte von diesem Buch sind:


  • Wie verhindere ich im letzten Augenblick, eine mir drohende Vergewaltigung?
  • Selbstbehauptung 
  • mentales Training 
  • Selbstverteidigung mit einfachen aber sehr effektiven Techniken
  • Hilfsmittel, was taugen sie?
  • Stalking 
  • Mobbing
  • Drohungen & Gewalt und der Umgang damit
  • Die Folgen von Gewalt und Mobbing


Also ein sehr umfangreiches Buch, dass sich von anderen Büchern über dieses Thema sehr stark unterscheiden wird. 


Und ich kann jetzt vermelden, dass das Buch Ende November 2020 erscheinen wird.
Das Buch wird für 29,90 € zu erwerben sein.

Die ISBN Nummer lautet: 9789403604732

Bis dahin bitte ich noch um ein wenig Geduld.

Wenn Sie Fragen zum Buch haben rufen Sie mich einfach an. 01590 - 62 42 127
Oder per E-Mail an: EBook@fightforyou.de

Vitalpunkte in der Selbstverteidigung


                                                                                                           Vorwort


                                                                                                         

Liebe Leserin, lieber Leser,
eines vorweg, dieses ist mein erstes Buch, man sehe es mir also nach, wenn der ein oder andere Fehler im Aufbau zu finden ist.

Dieses Buch soll sich vorrangig an Frauen richten. Warum an Frauen? Weil ich vorrangig “Selbstverteidigung für Frauen” unterrichte. Ich unterrichte auch Selbstverteidigung für Kids, Jugendliche und für Männer, aber in diesem Buch beschreibe ich wie eine Frau eine ihr drohende Vergewaltigung verhindern kann.

Sie werden vielleicht denken, der hat sie doch nicht mehr alle. Vergewaltigungen hat es schon immer gegeben, seit Tausenden von Jahren. Und der will eine Methode entwickelt haben, eine Vergewaltigung zu verhindern? Ja das habe ich. Es war schon immer mein Wunsch es zu ermöglichen, eine solch verabscheuungswürdige Tat zu verhindern. Ich habe über 2 Jahre im Internet recherchiert und habe das Internet durchforstet, ob es irgendwo, vielleicht bei Kampfsportarten, eine Technik gibt dieses zu verhindern. Ich habe nichts dergleichen finden können.

 

Dann habe ich recherchiert wie eine Vergewaltigung überhaupt abläuft. Was genau passiert da? Wann ist der Punkt erreicht, wo die Frau quasi resigniert und alles über sich ergehen lässt. Dazu durfte ich Fachleute befragen. Polizistinnen, Ärzte, Psychologen und sogar einige Opfer einer Vergewaltigung, die später bei mir trainiert haben. Dabei erfuhr, bzw. erahnte ich wann der Punkt eintritt, wo der Täter quasi gewonnen hatte.
An diesem Punkt habe weitergemacht indem ich weiter überlegte. Es musste doch möglich sein diesen Punkt zu verschieben, bzw. gar nicht erst eintreten zu lassen. Beinahe 2 Jahre später bekam ich die Erleuchtung. Bei einem Reha-Kurs für die Wirbelsäule bekam ich die Erleuchtung, weil eine ältere Dame eine witzige Bemerkung gemacht hat. Das war der Punkt, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging, den ich dann 2 Jahre lang im Kopf hatte. Wo ich diese Technik immer weiterentwickelt habe.

Jetzt ist es so weit, ich kann diese Technik in meine Kurse einbauen und ein Buch darüber schreiben.
Wer allerdings eine spektakuläre Kampfsporttechnik erwartet, der wird enttäusscht werden. Die Technik an sich ist total simpel.
Man muss allerdings die mentale Kraft mit der physischen Kraft verbinden!


Viel Spaß beim Lesen dieses Buches. Wenn durch dieses Buch nur eine Vergewaltigung verhindert werden kann, habe ich meinZiel erreicht.

1. Kapitel: Notwehr 


Wir alle mussten einen 1. Hilfekurs absolvieren, damit wir den Führerschein machen durften. Selbstverteidigung ist nichts anderes als ein 1. Hilfekurs für uns selbst. Ohne einen Plan werden wir die Situation nicht meistern können.


Was ist eigentlich Notwehr? Notwehr ist das, was wir einsetzen dürfen, wenn unser Leib und Leben bedroht sind.
Sie ist auch im § 32 des Strafgesetzbuchs geregelt. Dort ist zu lesen:

§ 32
Notwehr:

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Hier ist die Selbstverteidigung also ganz klar geregelt. Ich darf also alles einsetzen, um mich und meine Gesundheit zu schützen. Oder die eines anderen. Hier muss natürlich die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Ich darf dann zum Beispiel niemanden mit einem Hammer attackieren, weil er mich geschubst hat. Oder ich darf ihm nicht mit dem Finger ins Auge stechen, weil er mich dumm angequatscht hat.

Was ist, wenn ich überfallen werde?

Spielt da nicht den Helden! Niemals. Oftmals sind es drogenabhängige Menschen, die andere überfallen. Die wollen nichts anderes als Wertsachen erbeuten, die sie dann für Geld in der Szene verkaufen. Wenn jemand Eure Wertsachen will, sagt er das. „Gib mir Dein Handy und Dein Geld!“ Gebt es ihm um Himmels Willen. Oftmals setzen diese Täter eine Spritze als Drohmittel ein. Niemand will sich an dieser Spritze verletzen und sich Hepatitis oder HIV einfangen. Ich empfehle in einer solchen Situation mit dem Täter zu reden, ruhig und besonnen. Wie etwa, „Okay, warte ich hole das Handy bzw. die Brieftasche aus der Jackentasche.“ In dem Moment entschärft Ihr die Situation. Zeigt dem Täter dann Euer Handy oder das Portemonnaie. Werft es nach links und lauft nach rechts weg. Der Täter wird sich den weggeworfenen Wertsachen zuwenden. Ihr interessiert ihn dann nicht mehr. Wenn Ihr könnt, prägt Euch das Aussehen des Täters ein. Tätowierungen sind ein gutes Wiedererkennungsmerkmal. Brille? Narben? Und natürlich Größe und die Kleidung. Das hilft der Polizei oft weiter. Auf gar keinen Fall dürft Ihr den Helden spielen. Denn, und jetzt kommt es, Ihr bekommt die Sachen ersetzt. Wie bitte? Ich bekomme die Wertsachen ersetzt? Ja. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass Ihr eine neuere Hausratversicherung habt. Ruft bei Gelegenheit Euren Versicherungsmakler an und fragt in danach. Wenn ein Überfall noch nicht mit drin ist, lasst es mit aufnehmen. Das kostet in den meisten Fällen maximal 1,50 € mehr pro Monat. Wenn überhaupt. Viele Banken versichern automatisch Geld, welches am Geldautomaten abgehoben wurde. Ich bin zum Beispiel, falls ich überfallen würde, bis zu 6 Stunden nach dem Geldabheben versichert. Bis maximal 500 €. Versicherungen und Banken zahlen den Schaden natürlich nur, wenn Ihr Anzeige bei der Polizei gestellt habt. Warum sollten wir also den Helden spielen? Es lässt sich alles ersetzen. Klar, es ist ärgerlich, wenn man den Personalausweis, den Führerschein und die Bankkarten sperren und neu beantragen muss. Aber die Gesundheit ist viel mehr wert als ein Handy und eine Brieftasche.

Lohnt es sich überhaupt zu kämpfen?
Ja, immer! Denn Täter suchen Opfer und keine Gegner! Es lohnt sich also immer zu kämpfen. Schon allein um unseren Angreifer zu zeigen, dass er nicht kampflos an sein Ziel kommt. Oftmals suchen Täter ein Opfer, um Ihren Frust abzulassen. Angetrunkene junge Männer zum Beispiel, neigen manches Mal dazu, andere Menschen zu verprügeln. Oder Menschen, die unter Drogen stehen oder unter Medikamenten, können manchmal sehr komisch werden. Also wehrt Euch. Wehrt Euch mit allem, was Ihr habt. Und ganz wichtig werdet laut, richtig laut und schreit den Täter an. Warum das denn? Mit dem Lärm lenkt Ihr Aufmerksamkeit anderer Menschen auf Euch. Das schreckt viele Täter ab.
Vermeidet es nach Möglichkeit, um Hilfe zu rufen. Warum? Die Zivilcourage hat in den letzten Jahren immer mehr nachgelassen. Die meisten sind sich selbst die Nächsten. Kaum jemand riskiert es in Sachen hineingezogen zu werden, die ihn nichts angehen. Wenn Ihr schreit, dann schreit „Feuer!“ Und zwar laut, richtig laut. Denn jeder der einen anderen Feuer rufen hört, schaut nach was da los ist. Denn er könnte ja selbst betroffen sein, weil es in der Wohnung unter ihm brennt.


Soll ich nicht besser flüchten?

Wenn Du schnell bist und Passanten in der Nähe sind, kannst Du es versuchen. Ist ein Geschäft oder ähnliches in unmittelbarer Nähe, kannst Du es ebenfalls versuchen. Bedenke aber immer das ein Mann schneller als eine Frau ist. Und ein ganz wichtiger Punkt ist, Du hast hinten keine Augen im Kopf. Du siehst also nicht was hinter deinem Rücken geschieht. Noch ein weiterer wichtiger Punkt ist das Du Kraft vergeudest. Wenn Du eingeholt wirst, bist Du außer Atem und atmest viel schneller. Dazu die Panik im Kopf. Das sind sehr schlechte Voraussetzungen für den Kampf, der dem folgen wird.
Wenn es also zum Kampf kommt, wehre Dich unbedingt. Diese Typen die Frauen angreifen rechnen niemals damit, dass sich die Frau wehren wird. Es ist beinahe egal, wie Du Dich wehrst. Die Hauptsache ist, dass Du Dich wehrst.

Was ist den mit Tränengas oder Pfefferspray? Was ist mit einem Elektroschocker? Ganz ehrlich? Vergiss diese beiden Sachen. Beim Tränengas kann es Dir passieren, dass der Wind falsch weht und Du selbst das Gas oder Pfefferspray ins Gesicht bekommst. Der Elektroschocker kann Dir aus der Hand geschlagen werden und dann gegen Dich selbst eingesetzt werde


Ich empfehle den sogenannten Kubotan.

Auf dem Foto siehst Du einen sehr guten Kubotan. Kostenpunkt um die 20,00 €.
Es gibt sie auch schon für 10,00 €, aber eben ohne die große Schlaufe.
Durch die obere Schlaufe steckt man seinen Daumen, durch die untere steckt man dann 3 oder 4 Finger. Damit möchte ich nicht getroffen werden!

Ein Kugelschreiberähnlicher Holz- oder Metallstift, der gut in der Hand liegt. Die etwas teureren Modelle haben eine Schlaufe, durch die man seine Finger steckt. So kann der Kubotan selbst im härtesten Kampf nicht verloren gehen. Der Kubotan wurde in Japan speziell für Frauen entwickelt, die sich selbst verteidigen müssen. Bis vor ein paar Jahren war der Kubotan in Europa ziemlich unbekannt.
Mit ihm kann man auf Knochen drücken, was sehr schmerzhaft ist. Man kann die Spitze aber auch auf jeden Knochen schlagen. Die Schmerzen sind irre stark. Bevorzugte Ziele sind unter anderem das Handgelenk, das Schultergelenk, Ellenbogen und die Rippen.
Ein Kubotan ist nicht waffenscheinpflichtig. Das wird oft behauptet, ist aber falsch. Ein ganz normaler Kugelschreiber erfüllt denselben Zweck. Und sollte der Angreifer durch Dich damit verletzt werden, ist das nicht Dein Problem, sondern seins. Ich sage nur § 32.
Das ist das Notwehrgesetz. Darüber habe ich schon geschrieben. Du darfst alles einsetzen, um Dich zu schützen und zu verteidigen.
Nach einem Feststellungsbescheid des BKA (Bundeskriminalamt) von 2008 zum deutschen Waffengesetz zählt der Kubotan nicht zu den Hieb- und Stichwaffen und ist somit kein verbotener Gegenstand.
Auf YouTube gibt es gute Videos wie man den Kubotan einsetzt. Ich empfehle grundsätzlich damit zu üben.


Selbstbehauptung und Ausstrahlung

Wenn Du mit gesenktem Kopf, den Blick nach unten gerichtet, durch die Straßen oder Parks gehst, ist das so als ob Du ein Schild umhängen hast, auf dem steht: „Ich bin ein Opfer!“
Hängende Schulter und kleine schnelle Schritte signalisieren jedem der Stress machen will, da kommt ein Opfer! Du bist kein Opfer!
Nicht, wenn Du keins sein willst. Willst Du ein Opfer sein? Ich hoffe nicht. Versuche immer den Blick aufrecht zu halten.
Guck Dir die Menschen, die Dir entgegen kommen an. Schau ihnen ruhig ins Gesicht. Gehe aufrecht, die Schultern nach hinten gezogen. Das kann man wunderbar vor dem Spiegel üben.  Schaue Dich im Spiegel genau an. Verändere Deine Gesichtsausdrücke. Mal freundlich, mal sehr ernst und böse.
Gehe mit festen Schritten durch die Straßen. Ich wiederhole mich ungerne, aber Menschen die gebeugt und mit kleinen schnellen Schritten gehen, strahlen eine Unsicherheit und Angst aus.


Lerne „Nein“ zu sagen, laut und deutlich „Nein!"

Nein, lass mich in Ruhe! Nein, ich will das nicht!“ Lerne „Stopp“ zu sagen!
Vor ein paar Jahren gab es an Silvester in Köln in einer Nacht viele Übergriffe auf Frauen. Diese

wurden sexuell belästigt und an gegrabscht. Es hat sogar mehrere Vergewaltigungen gegeben.
Am nächsten Tag stellte sich die Kölner Oberbürgermeisterin hin und sagte, die Frauen sollten in Zukunft eine Armlänge Abstand zu fremden Männern halten. Für diese Aussage wurde Frau Reker von der Presse beinahe fertig gemacht. Völlig zu Unrecht! Denn auch ich sage, jeder Fremde hat mir mit mindestens einer Armlänge Abstand zu begegnen. Warum das?
Wer mehr als eine Armlänge Abstand von Dir hat, ist nicht so gefährlich, wie jemand der direkt vor mir steht und mich anfassen kann.
Ich sage immer, diese Armlänge Abstand ist mein Hoheitsgebiet. Darin hat kein Fremder etwas zu suchen. Näher als eine Armlänge darf nur meine Partnerin oder gute Freunde kommen.Kommt jemand auf Dich zu und will den Abstand nicht einhalten, richte Deinen Arm nach vorne, strecke ihn aus und sage laut „Stopp!“ Kommt er nochmal näher, reiße wieder den gestreckten Arm bis in die Waagerechte und rufe laut „Stopp!“ Allein ein energischer Stopp zeigt dem Angreifer, das mit Dir nicht zu spaßen ist. Ganz wichtig, werde dabei richtig laut! Mach auf Dich aufmerksam. Wie es dann weitergeht, wenn er den Abstand nicht einhält, erfährst Du später in diesem Buch. 😉


Mentale Vorbereitung

Was ist mentale Vorbereitung eigentlich?
Mentale Vorbereitung ist die Vorstellung eines Kampfes vor dem inneren Auge. Man stellt sich Situationen vor und spielt die in Gedanken durch. Immer und immer wieder.
Zum Beispiel, wie verhalte ich mich, wenn mich ein Fremder komisch anspricht? Nachts im Park oder beim Gang durch die nächtlichen Straßen, wenn Du nach Hause gehen willst. Wie verhalte ich mich, wenn mich jemand angrabscht? Schreie ich um Hilfe, oder knalle ich ihm eine?
Wenn ich ihm eine knalle, wie treffe ich richtig, um mich selbst in Sicherheit bringen zu können?
Dazu später mehr. Ich habe mittlerweile weit über 1000 Frauen trainiert. Sehr oft kam die Frage, was mache ich, wenn er auf mir liegt und mich vergewaltigen will? Das ist so ein wichtiger Punkt. Den musst Du schon vorher im Kopf geplant haben.
Wie weit würdest Du im Falle eines Falles gehen, um Dich zu verteidigen? 

Daher rate ich jeder Frau dazu, sich ab und zu mal zurück zu ziehen und einfach nur nachzudenken. Stell Dir vor, Du bist in einer Situation, wo es für Dich um alles geht! Wie weit würdest Du gehen? Wärst Du bereit, dem Täter Deine Finger in die Augen zu rammen?
Wärst Du bereit, dem Täter Deinen Zeigefinger in die Drosselgrube zu rammen? Das musst Du vorher für Dich klar machen. Wenn Du in der Situation erst überlegen musst, was Du machen könntest, ist es oftmals schon zu spät.
Darum wiederhole ich mich gerne, stell Dir die schlimmsten Situationen im Kopf vor und geh sie durch. Was Du einmal für Dich entschieden hast, kannst Du im Notfall dann innerhalb 1 Sekunde umsetzen! Ganz wichtig, lerne die Vitalpunkte, die im nächsten Kapitel beschrieben werden, auswendig. Die Frauen, die bei mir trainiert haben, haben sie größtenteils auswendig gelernt. Das war ganz leicht, dauert maximal 1 Stunde und hilft Dir im Notfall ungemein.
Wenn Du mal beim Arzt im Wartezimmer sitzt, in der Straßenbahn, im Bus oder irgendwo beim Amt. Was hindert Dich daran das Handy herauszuholen und Dir mal wieder die Vitalpunkte anzuschauen? Lieber einmal zu viel einprägen als einmal zu wenig. Was Du einmal auswendig gelernt hast, kannst Du noch Jahre später blitzschnell abrufen. Das ist unter Umständen ganz wichtige Zeit. Denn oftmals zählen Sekundenbruchteile.



Gibt es eigentlich den typischen Täter? 
Nein! Laut Statistik kannten 75 % der vergewaltigten Frauen den Täter bereits vorher. Also Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen und Ex-Partner. 
In einem meiner Kurse hatte ich eine junge Frau, ich nenne sie hier Marie, die von ihrem Ex-Partner vergewaltigt wurde. Es gab keine Anzeichen darauf, das er später seine Ex-Partnerin sexuell missbrauchen würde. Im Nachhinein aber doch, denn er sorgte dafür das sie allein blieben und machte auf der Party wieder Annäherungsversuche, die sie jedoch abwies. Wahrscheinlich nicht energisch genug. Denn Marie wurde auch überrascht. Überrascht, weil sie es ihm als ihren Ex-Partner nicht zugetraut hat. Und es war auch Alkohol im Spiel. Das Alkohol enthemmt ist allgemein bekannt. Jemanden dem man so was niemals zugetraut hätte, wird von jetzt auf gleich zum Täter? Von jetzt auf gleich, wirklich? Marie erzählte mir, dass er auf der Party plötzlich wieder der war, der er während ihrer Beziehung war. Charmant, zuvorkommend und sehr wohlwollend.  
Seine Annäherungsversuche, schon während der Party, lehnte sie sehr bestimmt ab. Man sollte meinen, dass ein Nein ausreichend sein sollte, um zu signalisieren, dass man keinen näheren Kontakt haben will. Sollte. Wenn der Film im Kopf des späteren Täters aber schon läuft, hilft ein Nein meistens nicht mehr. 

 

Denn jeder Vergewaltiger hat zum Tatzeitpunkt einen Film im Kopf. Einen Film, den ihr unterbrechen müsst. Wenn dieser Film im Kopf läuft, dann läuft dieser. Der Täter kann den meistens nicht mal mehr selbst abstellen. Dann müsst ihr das eben tun. Aber wie? Ich versuche mal ein Beispiel aufzuzeigen. 
 
Wir alle kennen das. Wir stehen morgens gut gelaunt auf und hören so einen blöden Song im Radio. Dieses Lied haben wir den ganzen Tag im Kopf. Den sogenannten Ohrwurm. Und den werden wir einfach nicht los. Selbst eine kurze Ablenkung reicht nicht aus, um den auszuschalten. Aber stoßen wir uns zum Beispiel an einem Tisch oder kippen uns aus Versehen Kaffee über die Hand, ist der Ohrwurm weg. Schmerzen unterbrechen jeden Film. Jeden! Oder körperliche Anstrengung oder Verausgabung lässt den Ohrwurm oder die Gedanken verschwinden. Warum das für Dich wichtig sein kann oder werden wird, erkläre ich später. Warum später? Weil das ein eigenes Kapitel ist und ich in eben diesem meine neu entwickelte Methode beschreibe.  
 
Wenn Du deinem Gegenüber, der dich vergewaltigen will, Schmerzen zufügst, hast Du sehr gute Chancen, dass Du den Film in seinem Kopf unterbrichst. Also seinen Drang, Dir etwas sehr Übles anzutun. Heftige Schmerzen und körperliche Verausgabung lassen den Täter wieder runterkommen, bzw. unterbrechen seinen Plan im Kopf. Wenn Du ihm zum Beispiel einen Finger ins Auge rammen kannst, ich meine richtig tief, mit ziemlicher Kraft, wird er zwangsweise von Dir ablassen. Niemand kann einen Plan durchführen, wenn er tierische Schmerzen hat. Ein Tritt in die Hoden und einen Fingerstoß ins Auge sind die sichersten Methoden, um einen Täter auszuschalten. Niemand, der einen Tritt zwischen die Beine bekommen hat, kann noch weiter versuchen eine Frau zu vergewaltigen. Unmöglich! Die Schmerzen sind so irre stark, dass er sich nur noch zusammenkrümmt und wimmert! Woher ich das weiß? Ich selbst habe als Fußballtorwart des Öfteren mal einen harten Schuss mit dem Ball in den Unterleib bekommen. Wenn die Hoden getroffen wurden, breitet sich innerhalb von 1 Sekunde ein Schmerz durch den ganzen Körper aus. Dieser Schmerz ist irre und man wird unter Umständen sogar ohnmächtig. Man krümmt sich am Boden und wimmert nur noch. Einmal hat es sage und schreibe 20 Minuten gedauert, bis ich mich nur wieder hinsetzen konnte. Zögere da nicht eine Sekunde. Wenn Du merkst, er will Dir etwas antun, was Du nicht willst, füge ihm starke Schmerzen zu. Die Augen und die Hoden eignen sich dazu hervorragend. Niemand kann sich selbst und die Frau entkleiden, was er ja zwangsläufig machen muss, um an sein Ziel zu kommen. Er wird beide Hände einsetzen müssen. Das bedeutet, er setzt beide Hände ein, um sich und Dir die Klamotten herunterzureißen. In diesem Moment drückst Du ihm beide Daumen in die Augen oder stichst mit einem Zeigefinger in sein Auge.


(Das ist nicht die Technik, die ich entwickelt habe, um eine Vergewaltigung hundertprozenzig zu verhindern.
Dazu komme ich später, im Buch, sehr ausführlich!!! Hier wird die Technik lediglich umrissen. )


Er versucht dann reflexartig seine Augen zu schützen, indem er beide Hände vor seine Augen legt. Dann kannst Du zusätzlich, um ganz sicher zu gehen, noch einmal zutreten! Niemand wird Dich dafür belangen. Ich sage nur § 32, Notwehrgesetz. Und ein ganz wichtiger Aspekt ist der, dass man Dich später vor Gericht fragen wird, ob Du Dich gewehrt hast? Hast Du das nicht getan und hat der Täter keine dementsprechenden Kampfspuren davongetragen, kann es Dir passieren, dass das Gericht zur Überzeugung kommt, dass der Verkehr einvernehmlich war, wie es im Beamtendeutsch heißt. Wenn Du Dich nicht wehrst hat der Täter also erstmal ein ideales Opfer gefunden, um an sein Ziel zu kommen. Und wenn es zu einer Gerichtsverhandlung gegen den Täter kommt und man weist Dir nach, dass Du Dich nicht genügend zur Wehr gesetzt hast und der Täter auf Grund dessen, dass Du Dich nicht gewehrt hast, freigesprochen wird. Dann brichst Du moralisch und psychisch noch einmal zusammen. Du wirst Dir später höchstwahrscheinlich sogar Selbstvorwürfe machen und Dich selbst mit Fragen quälen. Fragen wie: „Hätte ich es nicht doch verhindern können? Was wäre gewesen, wenn ich mich gewehrt hätte? Warum glaubt mir denn keiner?“ Diese und viele andere Fragen werden Dich leider sehr, sehr, lange begleiten. Nicht selten sind psychische Krankheiten die Folge. Depressionen und Panikattacken, soziale Phobien, um nur 3 sehr schlimme davon zu nennen. Allein diese Spätfolgen könn Dir Dein Leben zur Hölle machen! Aus eigener Erfahrung weiß ich das Depressionen einem das Leben richtig versauen können. Spätfolgen wie Alkoholismus und Drogenkonsum können eine weitere Folge sein. Warum? Weil jeder Betroffene irgendwie versucht, diese Pein irgendwie zu betäuben, zu bekämpfen. Wenigstens stundenweise zu vergessen. Alkohol ist da ein sehr gerne eingesetztes Mittel. Das schlimme daran ist aber, dass er erstmal sogar hilft, die Ängste und die Panik zu bekämpfen. Ich kenne einige Frauen, die in ihrem Leben mindestens einmal vergewaltigt wurden. Einige haben sich von der Außenwelt abgekapselt, leben allein und trauen niemanden mehr über den Weg. Andere haben tatsächlich nur Trost im Alkohol oder Drogen gefunden und sind von diesen Stoffen abhängig geworden. Zwei andere Frauen, die ich kannte, haben sich später deswegen das Leben genommen.  

 

 

Vitalpunkte (auch Nerven und Druckpunkte)

 In verschiedenen Kampfsportarten werden sie Atemipunkte genannt. Atemipunkte sind empfindliche Stellen am menschlichen Körper, die durch Schlag, Tritt oder Stoß einen Schock verursachen. Am menschlichen Körper befinden sich ca. 250 Druck- Stoß- und Schlag- empfindliche Stellen. Bei manchen dieser Stellen besteht die Empfindlichkeit in einem heftigen, aber harmlosen Schmerz, der den Gegner zur Aufgabe des Kampfes zwingt. Bei anderen wieder ist die Bewusstlosigkeit oder sogar der Tod des Gegners die Folge. Deshalb ist es wichtig über die Atemipunkte Bescheid zu wissen und die Folgen einer entsprechenden Schocktechnik zu kennen. Empfindliche Atemi-Punkte am menschlichen Körper die durch Druck, Stoß oder Schlag den Angreifer kampfunfähig machen. Keine Angst, Du musst nicht alle 250 auswendig lernen.
Ich benenne hier die 15 wichtigsten Vitalpunkte und beschreibe die Wirkung, die von ihnen ausgeht, wenn man diese bearbeitet und trifft.


Punkt 1: Die Augen


Punkt 2: Die Nase und Nasenbein


Punkt 3: Die Ohren


Punkt 4: Der Mund und das Kinn


Punkt 5: Der Kehlkopf und die Drosselgrube


Punkt 6: oberer Bauch, Solar Plexus, Rippen


Punkt 7: unterer Bauch, Leber, Milz, Magen


Punkt 8: Geschlechtsteile


Punkt 9: Knie


Punkt 10: Schienbeine


Punkt 11: Spann / Fußrist


Punkt 12: Nieren


Punkt 13: Kniekehlen


Punkt 14: Waden


Punkt 15: Achillessehne                                           






Wichtig!
Diese Liste ist natürlich nicht vollständig. Aber für die Selbstverteidigung sind sie allemal ausreichend. Denn, wir wollen uns nur verteidigen, um uns aus dieser Situation zu befreien und fliehen zu können. Ich kann es nicht oft genug wiederholen, lernt diese Punkte auswendig. Und, ganz wichtig, auch wo sie sitzen und wie man sie bearbeitet.


Es folgen ein paar Beispiele einiger Vitalpunkte.


  1. Augen:
    Schließe bitte für einen Moment Deine Augen.

    Lege jetzt den Zeige- und Mittelfinger auf die geschlossenen Augen und drücke nur ganz leicht auf die Augen.
    Du merkst jetzt schon, wie unangenehm das ist. Stell Dir jetzt vor, wie Du einem potenziellen Angreifer die Daumen in die Augen drückst.
    Das mindeste was passieren wird, ist das seine Augen sehr stark tränen werden. Er ist quasi vorrübergehend blind.
    Du hast jetzt genügend Zeit Dich in Sicherheit zu bringen!

  2. Die Nase und das Nasenbein:
    Schließe auch hier bitte mal kurz die Augen. Jetzt schnippst Du mal vorsichtig von unten gegen Deine Nase. Unangenehm, oder? Jetzt schnippst Du mal seitlich gegen die Nasenflügel. Auch schon sehr unangenehm, oder?
    Lege jetzt bitte mal Deine flache Hand auf Deine Nase und drücke sie etwas fester an die Nase. Jetzt schiebst Du Deine Hand nach oben. Unweigerlich geht der Kopf nach hinten. Ein Schlag auf das Nasenbein, egal wie Du diesen ausführst, treibt dem Angreifer wieder Tränen in die Augen und verursacht sehr starke Schmerzen bei ihm. Und wieder kannst Du flüchten und Dich in Sicherheit bringen.

  3. Die Ohren:
    Lege Dir bitte die flache Hand auf ein Ohr.
    Aber jetzt ganz VORSICHTIG!!!
    Jetzt gibst Du auf Dein Ohr ganz langsame und sehr schwache Schläge ab. Du merkst und hörst wie das Trommelfell jetzt arbeiten muss. Und Stopp, das reicht jetzt!
    Du hast gemerkt wie unangenehm diese leichten Schläge waren. Schlägst Du einem Angreifer mit der flachen Hand kräftig auf das Ohr, wird sein Trommelfell platzen. Irre Schmerzen und eine Bewusstlosigkeit treten ein. Das ist aber nicht Dein Problem, solange Du in Notwehr handelst.
    Ich selbst habe einmal einen Fußball auf das Ohr bekommen. Ich war 5 Minuten völlig weggetreten und hatte eben diese irren Schmerzen. Ich musste dann sogar operiert werden und lag 1 Woche in der Klinik. Oder zieh mal vorsichtig am Ohrläppchen oder der Ohrmuschel. Gerade wenn man feste von unten nach oben am Ohrläppchen zieht, sind das sofort starke Schmerzen. Eventuell kann das Ohrläppchen auch etwas eingerissen  werden. Was dann sehr stark blutet

  4. Der Mund und das Kinn:
    Hier machst Du jetzt mal keinen Selbstversuch an Dir selbst! Das ist zu gefährlich. Ich beschreibe die Wirkung ausführlich. Triffst Du das Kinn frontal von vorne, wird der Unterkiefer 2 mm nach hinten geschoben, kommt aber sofort wieder zurück in die natürliche Stellung. Aber diese 2 mm reichen aus, um 2 wichtige Blutadern, die zum Gehirn führen, kurz zusammenzudrücken. Das Gehirn bekommt für einen ganz kurzen Augenblick kein Blut mehr. Die Folge davon ist, dass der Getroffene sofort bewusstlos wird. Ein starker seitlicher Stoß bzw. Schlag gegen den Unterkiefer bewirkt dasselbe. Ohne wenn und aber.
    Wenn Du mal einen Boxkampf gesehen hast, hast Du gesehen, dass die Boxer ihr Kinn immer mindestens mit einer Faust schützen. Oftmals legen sie ihr Gesicht in die Unterarme, um den Kiefer zu schützen.

  5. Drosselgrube und Kehlkopf:
    Die Drosselgrube liegt etwa 2 cm unter dem Kehlkopf. Du kannst diese leicht ertasten, wenn Du mit Deinen Fingern über den oberen Rand des Brustbeins fährst. Lege jetzt bitte mal einen Finger ganz vorsichtig in diese Grube und drücke einen Finger, bitte extrem Vorsichtig, in Richtung Hals. Du merkst, wie unangenehm dieser kurze und nur sehr leichte Druck ist. Stell Dir vor, was ein kräftiger Druck bei Deinem Gegner machen würde, wenn Du ihm einen Finger stark in diese kleine Grube drückst. Extrem starke Schmerzen sind die Folge.
    Gepaart mit extremer Luftnot! Diesen Punkt, also den Druck in die Drosselgrube, empfehle ich als Ultima Ratio. Also als letzten Ausweg! Warum das? Es kann passieren, dass die Luftröhre, die wir treffen, sich nicht wieder sofort entfaltet. Es sind einige wenige Fälle bekannt, wo derjenige, dem man in die Drosselgrube drückt, erstickt ist. Aber wenn ein Typ auf Dir liegt und Dich vergewaltigen will, kannst und darfst Du das so ausführen! Denn hier schützt Dich wieder der § 32.
    Also das Notwehrgesetz. Direkt darüber liegt der Kehlkopf. Bitte schnipse mal ganz vorsichtig seitlich gegen diesen. Schon ziemlich unangenehm, oder? Jetzt stell Dir vor, Deine Handkante oder Deine Faust trifft den Kehlkopf. Auch hier sind sehr starke Schmerzen und Luftnot die Folge. Eventuell kann auch eine Bewusstlosigkeit eintreten!
    Bitte, ziele nur auf den Hals, wenn Du in absoluter und großer Gefahr bist.

  6. oberer Bauch, Solar Plexus, Rippen:
    Bitte stell Dich mal ganz locker hin.
    Jetzt trommelst Du mit Deinen Fingerspitzen, wieder ganz vorsichtig, dort wo die Rippen sich treffen. Ein paar Zentimeter darunter. Du triffst das sogenannte Sonnengeflecht, in der Fachsprache den Solar Plexus. Auch hier merkst Du sehr schnell wie unangenehm das ist. Jetzt stell Dir einen Schlag auf den Punkt vor. Ein Schlag mit der flachen Hand reicht schon aus, um den Angreifer sofort kampfunfähig zu machen.
    Er wird zu Boden gehen und nach Luft schnappen. Über die Schmerzen, die er ertragen muss, brauchen wir gar nicht erst reden. Diese sind verdammt heftig!
    Ein Stoß mit der Faust ist aber noch etwas effektiver. Ein Schlag oder Stoß auf die Rippen, verschafft Dir auch immer einen Vorteil. Ein Schlag auf die Rippen ist ebenfalls sehr schmerzhaft und erzeugt ebenso Atemnot. Aber das soll nicht Dein Problem sein, wenn Du angegriffen wirst.




           Einige Fotos findest Du hier in der Galerie und auch hier.


                 

           In den nächsten Tagen sind hier weitere Kapitel zu lesen.
           Ab Ende November 2020 ist das Buch dann als Ebook zu erwerben. Vorbestellungen können Sie das Buch hier:

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           Später dann eventuell auch als gebundenes Buch.
           Die ISBN lautet 9789403604732   

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